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Die zehn gefährlichsten Umweltgifte weltweit des Jahres 2008 - Green Cross - Umweltgiftbericht

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DIE ZEHN GEFÄHRLICHSTEN UMWELTGIFTE WELTWEIT DES JAHRES 2008

Green Cross Schweiz und das in den USA beheimatete Blacksmith Institute, zwei unabhängige Umweltorganisationen, legen eine Liste der zehn weltweit gefährlichsten Umweltgifte des Jahres 2008 vor.

Die Top-Ten-Liste ist dem durch Green Cross Schweiz und Blacksmith Institute gemeinsam erarbeiteten Umweltgiftbericht 2008  ^ pdf zu entnehmen.

Er befasst sich mit der Auswirkung von Umweltgiften als eine der Hauptursachen von Todesfällen und Krankheiten (Behinderungen) weltweit und unterstreicht, dass die Gesundheit von Kindern unverhältnismässig stark betroffen ist.

Die Top-Ten-Liste führt allgemein anerkannte Umweltgiftprobleme wie urbane Luftverschmutzung und oft übersehene Gefahren wie das Autobatterien-Recycling auf.

Die im Bericht aufgeführten Umweltgifte haben weltweit einen signifikanten Einfluss auf die menschliche Gesundheit und führen zu Tod, chronischen Erkrankungen und neurologischen Schäden für Millionen von Menschen, insbesondere für Kinder. Mit effektiven Interventionsmassnahmen könnten viele dieser Todesfälle und Krankheiten vermieden werden.

“Mit dem diesjährigen Bericht wollen wir die Öffentlichkeit auf die schwerwiegenden Folgen durch Umweltgifte auf die menschliche Gesundheit aufmerksam machen und die internationale Gemeinschaft zum Handeln auffordern”, sagt Richard Fuller, Gründer des Blacksmith Institute. “Sanierung ist nicht nur möglich, sondern auch rentabel. Saubere Luft, Gewässer und Böden sind ein Menschenrecht,” betont Nathalie Gysi, Geschäftsleiterin von Green Cross Schweiz.

Die zehn gefährlichsten Umweltgiftquellen weltweit 2008  ^

Im Umweltgiftbericht 2008 wurden insgesamt 21 Schadstoffprobleme über ein ganzes Spektrum von Umweltgiften und Schadstoffquellen untersucht. Er beruht auf einer Analyse von über 600 verschmutzten Orten, die in der Datenbank des Blacksmith Institute erfasst sind sowie auf Empfehlungen von Experten.

Die zehn gefährlichsten Umweltgiftquellen weltweit 2008 sind:

-    Luftschadstoffe in Innenräumen  ^
-    Städtische Luftverschmutzung ^
-    Ungeklärte Abwässer  ^
-    Kontaminiertes Grundwasser  ^
-    Kontaminierte Oberflächengewässser  ^
-    Goldabbau mit einfachen handwerklichen Mitteln  ^
-    Bergbau industriell ^
-    Metallschmelzen und –verarbeitung ^
-    Radioaktive Abfälle und Abfälle aus dem Uranbergbau ^
-    Recycling von Bleibatterien ^

Der diesjährige Umweltgiftbericht definiert und erklärt jedes Schadstoffproblem und nennt anhand von Beispielen auf der ganzen Welt, wie die Gesundheit durch jeden Typ beeinträchtigt wird.

Unterschätzte gesundheitsgefährdende Umweltgifte Die Umweltgift-Top-Ten-Liste führt die gefährlichsten, jedoch weltweit sehr oft übersehenen Schadstoffprobleme auf.

Von der hochgiftigen Quecksilber-Amalgamierung, die beim Goldabbau mit einfachen handwerklichen Mitteln (ASM, artisanal and small scale mining) zum Einsatz kommt, sind bis zu 15 Millionen Minenarbeitende, davon 4,5 Millionen Frauen und 600’000 Kinder betroffen.


Schätzungen gehen davon aus, dass beim ASM bis zu 95 Prozent des benutzten Quecksilbers in die Umwelt gelangen. Hunderte Kilogramm Quecksilber werden jeden Tag für die Goldgewinnung benutzt. Bereits weniger als 1 Mikrogramm pro Kubikmeter ist gesundheitsschädlich.

Auch die Luftbelastung in Innenräumen (IAP, indoor air pollution) ist eine weitere, oft übersehene Gesundheitsgefährdung für die Menschen in Entwicklungsländern. Geschätzte 80 Prozent aller Haushalte in China, Indien und im Subsaharischen Afrika verbrennen Biomassenbrennstoffe für das Kochen in ungenügend belüfteten Räumen.
IAP ist für beinahe drei Millionen Todesopfer jährlich und für vier Prozent der weltweiten Krankheitsfälle verantwortlich.


Das Recycling von Bleibatterien (ULAB, used lead acid batteries) gehört ebenso zu einem ernsthaften Umweltgiftproblem. Die höheren Preise für rezykliertes Blei tragen direkt zum Wachstum des illegalen Recyclingmarktes bei. ULAB-Recycling wird oft in dicht besiedelten urbanen Räumen und leider mit wenig Kenntnis über die damit verbundenen Gesundheitsrisiken durchgeführt.

Zusätzlich zu der Top-Ten-Liste beinhaltet der Bericht eine erweiterte Liste mit 20 Umweltthemen unter dem Namen Toxic Twenty. Diese Liste beleuchtet eine Vielzahl von Problemen, wie z.B. Verschmutzungsprozesse bei der Förderung von Erdöl sowie der Produktion und unkontrollierten Entsorgung von Erdölprodukten, welche die Umwelt und die Gesundheit gefährden.

Kriterien Top-Ten-Unweltgifte 2008

Die Top-Ten-Liste basiert auf Kriterien, die von einer internationalen Gruppe von Umwelt- und Gesundheitsexperten aufgestellt wurde, darunter Forscher von der Johns Hopkins University, der Bloomberg School of Public Health, des Mt. Sinai Medical Center, der Emory University und der City University of New York. Diese Experten gehören dem technischen Beratungsausschuss des Blacksmith Institute an. Ebenso waren Spezialisten von Green Cross Schweiz an der Beurteilung beteiligt. Zu den drei Hauptkriterien zählen:
Giftigkeit des Schadstoffs, Direktheit des Vergiftungsweges und Anzahl der weltweit gefährdeten Menschen
.

Laut Dr. Stephan Robinson, Leiter Internationales Abrüstungsprogramm Green Cross, bietet der neue Ansatz einen Massstab für die Arten von Umweltgiftproblemen, die in früheren Blacksmith-Berichten über die zehn am meisten verschmutzten Orte erwähnt wurden.

Die Liste bringt einige der am wenigsten bekannten, jedoch am schnellsten wachsenden Umweltgiftprobleme in den Entwicklungsländern zu Tage. Laut einer Studie eines Wissenschaftlers an der Cornell University, USA/New York, sind 40 Prozent aller Todesfälle weltweit auf Wasser-, Luft- und Bodenverschmutzung zurückzuführen. Selbst konservative Schätzungen gehen davon aus, dass Umweltfaktoren für 25 Prozent der Todesfälle in Entwicklungsländern verantwortlich sind.

Neben Todesfällen verursacht Verschmutzung auch eine Beeinträchtigung der Lebensqualität für Millionen von Menschen, die von chronischer Krankheit, neurologischen Schäden und einer reduzierten Lebenserwartung betroffen sind.


Die Weltgemeinschaft hat umfassende Schritte zur Bekämpfung von einigen der schlimmsten Gesundheitsgefahren, darunter Malaria und HIV/AIDS, unternommen, heisst es in dem Bericht.

Während diesen Pandemien viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist der Zusammenhang zwischen menschlicher Gesundheit und Umweltverschmutzung weitgehend unbeachtet geblieben.

Trotz der erheblichen Bedrohung und der nachgewiesenen Wirksamkeit von Massnahmen wird nur ein Bruchteil der internationalen Hilfe für die Sanierungen bereitgestellt, bedauern die Autoren des Top-Ten-Umweltgiftberichts 2008.

Ausserdem enthält der Umweltgiftbericht 2008 vier separate Teillisten:


-    Die vier am wenigsten bekannten Schadstoffprobleme
-    Die acht schädlichsten Verschmutzungsprobleme für Kinder
-    Die sieben schlimmsten Schadstoffprobleme Afrikas
-    Die vier generationenübergreifenden Verschmutzungsprobleme

Das Blacksmith Institute und Green Cross Schweiz sind seit 2006 Partner. Die beiden Organisationen arbeiten unter anderem gemeinsam an Projekten zur Beseitigung der Verschmutzung durch frühere Bergwerke und Metallschmelzbetriebe in Rudnaya Pristan im Fernen Osten Russlands sowie zur Bewältigung der radioaktiven Kontaminationen aus dem Uranbergbau in Mailuu Suu (Kirgistan).

Über das Blacksmith Institute und Green Cross Schweiz

Das Blacksmith Institute befasst sich weltweit mit der Bestandesaufnahme gefährlich verschmutzter Orte und der Einleitung von Sanierungsmassnahmen in Entwicklungsländern. In den am meisten verschmutzten Gebieten arbeitet Blacksmith mit Partnern vor Ort zusammen, zu denen auch Umweltschutzbehörden zählen, um grössere Projekte für die eventuelle finanzielle Unterstützung durch internationale Behörden zu erarbeiten. Seit 1999 hat das Blacksmith Institute über 50 Projekte realisiert und ist zurzeit an über 30 Projekten in 14 Ländern beteiligt.

Green Cross Schweiz setzt sich für die Bewältigung der Folgeschäden aus Industrie- und Militärkatastrophen und der Altlasten aus der Zeit des Kalten Krieges ein.
Im Vordergrund steht die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen, die durch chemische, radioaktive und andersartige Verseuchungen betroffen sind, sowie die Förderung nachhaltiger Entwicklung im Sinne von Kooperation statt Konfrontation.

Die Umweltorganisation ist international für professionelles Handeln anerkannt. Green Cross International mit Sitz in Genf wurde 1993 vom ehemaligen Präsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, gegründet. Die Organisation besteht aus einem weltweiten Netz von 30 Tochterorganisationen, die sich für wichtige Themen wie Frieden, Sicherheit, Armutsbekämpfung und Umweltschutz einsetzen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Dr. Stephan Robinson
Mobile 079 625 64 67


Quelle: Green Cros
s
Schweiz


 
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