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Schadstoffinduzierte Krankheiten "Erkennen-Vermeiden-Therapieren"

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Selbsthilfegruppe für Chemikaliengeschädigte-Rhein-Main-Gebiet feiert am 21. Juni 2008 **** 10-jähriges Jubiläum ****

Die Umweltrundschau (UR) führte zu dieser einzigartigen Gelegenheit mit der Begründerin der SHG Rhein-Main-Gebiet, Frau Cornelia van Rinsum, IGUMED-Vorstandsmitglied, ein Interview:

Umweltrundschau: Frau van Rinsum, warum lag Ihnen gerade das Thema "Schadstoffinduzierte Krankheiten", so am Herzen?
Fr. C. van Rinsum: Seid der Gründung meiner Selbsthilfegruppe am 6. Mai 1998, beobachte ich einen rasanten Anstieg der umweltbedingten Erkrankungen. Noch immer wird seitens der Politik nicht genügend unternommen, um den Ursachen der schadstoffinduzierten Erkrankungen entgegenzutreten und im Gesundheitssystem, für Chemikaliengeschädigte hilfreiche Veränderungen herbeizuführen. Die Konsequenz ist, dass sehr viele Menschen unwissentlich unter schadstoffinduzierten Krankheiten leiden und zudem noch kaum im Gesundheitssystem Beachtung und Unterstützung finden.

UR: Wie hoch ist denn die Zahl der Chemikalienopfer?

CvR: In Industrieländern spricht man von rund 15 % der Bevölkerung - davon über 5 % Schwerstbetroffene. Darunter gliedert man diverse Diagnosen ein. Es handelt sich hierbei um ein sehr umfangreiches Krankheitsbild. Eine Chemikalienintoleranz gehört ebenso zu den der Umweltmedizin zugeordneten, somatischen Erkrankungen, wie die chronische Erschöpfung, die Fibromyalgie, Mykosen, Zahnmetallintoleranzen und viele andere wie z.B. ADHS, Nahrungsmittelintoleranzen, Elektrosensibilität oder multiple Allergien.

UR: Wie erkenne ich als Laie mit undefinierten Beschwerden mein umweltmedizinisches Krankheitsbild?

CvR: Wie ich erkenne, ob ich durch Chemikalien erkrankt bin, was ich tun kann um mich zu schützen oder um Hilfe zu bekommen, all diese Fragen dürfen sich die Teilnehmer meiner Jubiläumsveranstaltung am 21. Juni 2008 im Pfarrheim Maria Himmelskron in Heusenstamm, von Spezialisten Vorort, beantworten lassen.

UR: Was war für Sie für die Gründung der Selbsthilfegruppe der "Initialzünder"?

CvR: Nun, ich bin eine von den vielen Chemikalienopfern, die kaum Ansprechpartner und geeignete Hilfsmaßnahmen fand. Ich spürte daher sehr viel Isolation und Verzweiflung. Was mir widerfahren ist, wollte und will ich nach wie vor so vielen Menschen wie nur möglich ersparen.

UR: Wurden Sie vom Land Hessen in Ihrem vorbildhaften Ehrenamt unterstützt?

CvR: Ja, aber leider nur bedingt. Eine erste Unterstützung für die Gründung erhielt ich von der Selbsthilfe-Kontaktstelle in Frankfurt und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband in Offenbach wie eine Selbsthilfegruppe geführt wird, Ratschläge etc.. Finanziell habe ich in den ersten Jahren sehr viel selbst eingebracht. Ca. 1-2 Jahre später wurde die Förderung der Krankenkassen von Gesetz wegen eingeführt. D.h., dass Selbsthilfegruppen, die sich einem Krankheitsbild widmen, finanziell unterstützt wurden. Außerdem erhalte ich auch Zuwendungen vom Stadtgesundheitsamt Frankfurt und vom Gesundheitsamt Kreis Offenbach. Von der Stadt Heusenstamm erhalte ich keine Förderung weil ich kein Verein bin. Das finde ich sehr schade, da meine Initiative das gleiche Engagement erbringt wie ein e.V..

UR: Wie helfen Sie den Menschen, die sich an Sie wenden?

CvR: Am meisten helfe ich den Chemikalienerkrankten, indem ich sie kostenlos berate und ihnen kostenlose Infos zur Verfügung stelle. Durch meine Zusammenarbeit mit verschiedensten Umweltmedizinern , Umweltmedizinischen Verbänden wie z. B. der Interdisziplinären Gesellschaft für Umweltmedizin e.V. (IGUMED), dem Ökologischen Ärztebund e.V. (ÖÄB), dem Deutschen Berufsverband der Umweltmediziner e.V. (dbu), der Deutschen Gesellschaft für Umwelt und Humantoxikologie e.V.(DGUHT), dem Verband Arbeits-und berufsbedingt Erkrankte e.V. (abeKra) die sich mehr für die rechtliche Beratung und Aufklärung der Patienten engagieren und anderen Selbsthilfeinitiativen, sind meine Mitglieder stets auf dem neuesten Stand der weltweit angewendeten Medizin und Wissenschaft.

UR: Was müsste sich nach Ihrer Auffassung in Deutschland minimal ändern lassen?

CvR: Diagnostik- und Therapieverfahren aus dem Bereich der Umweltmedizin müssten den niedergelassenen Ärzten nahegebracht und im Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen werden. Dieses hätte zur positiven Folge, dass finanziell schwache Umweltpatienten eine gezielte Behandlung mit Therapieerfolg in Anspruch nehmen könnten und Chronifizierungsprozesse mit anschließender, enormer Belastung des Gesundheitsystems vermieden würden. . Es fehlt ein eigener Studienzweig "Umweltmedizin" an den Universitäten. Die angehenden Ärzte würden das Krankheitsbild schneller erkennen, wenn der Bereich Umweltmedizin von seriösen Wissenschaftlern ausführlich gelehrt und nicht nur in ein paar Stunden abgehandelt werden würde. Hinzu kommt, dass die Rechtslage für berufsbedingt Erkrankte miserabel ist. Die Lobby derer, die an der Aufklärung kein Interesse haben, ist nach wie vor viel zu groß.

UR: Nun dann, Frau van Rinsum, ich gratuliere Ihnen zum 10-jährigen SHG-Jubiläum und wünsche Ihnen für den 21. Juni 2008 viel Erfolg. Ich hoffe, dass Sie noch viele Unterstützer für Ihre Arbeit finden und sich die schadstoffinduzierten Erkrankungen zukünftig besser diagnostizieren und therapieren lassen.
Das Interview für die Umweltrundschau führte Frau A. Infante-G.

infana(at)umweltrundschau(.)de
www.umweltrundschau.de

VERANSTALTUNGSORT
Pfarrheim Maria Himmelskron, Marienstraße 16 a; 63150 Heusenstamm; V-Beginn: 9:45 Uhr; V-Ende: 18:00 Uhr
Tagungsbeitrag: 15,- EUR - Ermäßigter Eintritt: 10,- EUR
für Behinderte, Rentner, Studenten, Arbeitslose gegen Nachweis
Programmanforderung per email oder auf der Website: www.shg-chemikaliengeschaedigte.de

ACHTUNG REDAKTIONEN:
Das Bild- und Textmaterial ist in Zusammenhang mit dieser Meldung honorarfrei zur Verwendung. Wir bitten jedoch um einen Hinweis, wie Sie den Beitrag eingesetzt haben an:
Veranstalter: SHG für Chemikaliengeschädigte im Rhein-Main-Gebiet; Cornelia van Rinsum; BerlinerStr. 2; 63150 Heusenstamm; cornelia(.)van(.)rinsum(at)t-online(.)de ; www.shg-chemikaliengeschaedigte.de

KONTAKT
Cornelia van Rinsum; BerlinerStr. 2; 63150 Heusenstamm; cornelia(.)van(.)rinsum(at)t-online(.)de ; www.shg-chemikaliengeschaedigte.de

Die SHG für Chemikaliengeschädigte im Rhein-Main-Gebiet wurde von Frau Cornelia van Rinsum am 6. Mai 1998 gegründet und feiert am 21. Juni 2008 das 10-jährige Jubiläum. Die SHG berät ehrenamtlich und kostenlos Chemikaliengeschädigte im Rhein-Main-Gebiet.
 
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