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Staudinger - Auftaktwoche im Raumordnungsverfahren

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Kohleblock 6 vollkommen überflüssig

In den ersten Tagen der Erörterung des Neubauvorhabens am Standort Staudinger konnten die Kraftwerksgegner deutliche Punktvorteile gegen E.ON erzielen. Durch ihre kompetent vorgetragene Kritik geriet der Energieversorger wiederholt in arge Erklärungsnöte. "E.ON`s Kartenhaus stürzt zusammen. Es konnte von uns bisher überzeugend dargestellt werden, dass der geplante Block 6 nicht raumverträglich ist", bilanziert BI-Sprecher Winfried Schwab-Posselt die ersten Tage.

Die Bevölkerung ruft er auf, in der kommenden Woche an den wichtigen Erörterungsrunden über Schadstoffniederschläge und gesundheitliche Risiken in der Hainburger Kreuzburghalle täglich ab 9.30 Uhr  teilzunehmen. "Wir halten einige Trumpfkarten in unseren Händen, mit denen wir einen weiteren Punktsieg landen werden", gibt sich Schwab-Posselt optimistisch.

Eine kleine Sensation in den Augen der Ausbaugegner stellen die Aussagen von E.ON zur Fernwärmeauskopplung dar.  Während der Erörterung musste der Energiekonzern einräumen, dass der tatsächliche Wirkungsgrad von Block 6 nicht bei den bisher behaupteten 57 Prozent, sondern "realistischerweise bei 45 Prozent" liege. Als Grund wurde von E.ON-Seite angegeben, dass "der Fernwärmemarkt im Rhein-Main-Gebiet gesättigt" sei.

Zu Beginn der eigentlichen Erörterung wurde gerade von der Bürgerinitiative Stopp Staudinger die energiewirtschaftliche Notwendigkeit des geplanten Steinkohleblocks 6 vehement in Frage gestellt. E.ON konnte dabei nicht plausibel erklären, dass der gigantische 1100 Megawattblock überhaupt notwendig ist. "Der Energiemulti betrachtet die relevanten Fragen des künftigen Strombedarfs  ausschließlich durch die betriebswirtschaftliche Brille. Es gibt aber mittlerweile neben den extrem konservativen Gutachten aus dem Hause E.ON zahlreiche renommierte Untersuchungen, etwa des Bundesumweltamtes,  die prognostizieren, dass der Block 6 vollkommen überflüssig ist", gab der BI-Sprecher den Anwesenden im Saal zu bedenken. "Block 6 kann dreifach ersetzt werden. Wir brauchen diesen Klimakiller nicht in unserer Nachbarschaft, der zudem ein enormes zusätzliches Risiko für unsere Gesundheit darstellt", so Schwab-Posselt.

Ein großes Manko der vorgelegten Gutachten stellt  für Schwab-Posselt die ungenügende Betrachtung der Alternativen dar: - "Wir favorisieren von Seiten der Bürgerinitiative ein Höherfahren des bestehenden Gasblocks 4 als Interimslösung. Umweltfreundliche Alternativen zum Ausbauvorhaben wurden unvollständig und rein monetär betrachtet". Der BI-Sprecher übte während der Erörterung auch scharfe Kritik  an dem gemeinsamen Vorhaben von E.ON und dem französischen Konkurrenten EdF, die Entwicklung regenerativer Energien ausbremsen zu wollen. Die Bürgerinitiative befürchtet ohnehin, dass durch den Block 6 der Ausbau erneuerbarer Energien torpediert wird. "Ein Novum für uns alle war das Bekenntnis von E.ON, dass der Kohlebezug aus den südafrikanischen Mienen - immerhin stammen 70 % der Importkohle von dort - öfter Probleme bereite", wundert sich Schwab-Posselt.

Im Zusammenhang mit der Emissionsbetrachtung kritisierte die BI die Schönrechnerei des Schadstoffausstoßes von E.ON auf die einzelne Kilowattstunde. "Als unmittelbare Nachbarn interessiert uns, was absolut betrachtet im Jahr aus den Kühltürmen an gesundheitsschädlichen Frachten emittiert wird. Die sind jetzt schon besorgniserregend hoch." Zum ersten Mal räumte E.ON öffentlich hierbei endlich auch ein, dass es durch den Block 6 zu einem erheblichen Mehrausstoß des Klimakillers CO2 am Standort Staudinger kommen wird.

Erfreut zeigt sich der BI-Sprecher auch über das gewandelte Auftreten der Behörden. "Fachbehördenvertreter, die  bislang auf erschreckende Art schweigsam waren, melden sich langsam zu Wort. Es ist schön zu sehen, dass auch das Regierungspräsidium erkennt, dass angesichts der ungenügenden Unterlagen E.ON die Hausaufgaben machen muss. Jetzt ist es am Regierungspräsidium, aktiv zu werden, um dringend erforderliche Unterlagen nachzufordern und Gutachten in Auftrag zu geben."  Die Erörterungsrunden finden täglich von 9.30 Uhr bis 18.30 Uhr in der Hainburger Kreuzburghalle statt.


Quelle: BI STOPP-Staudinger ^

 
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