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Bundesregierung muss Defizite beim Pestizid-Aktionsplan zügig ausräumen

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Gemeinsame Presseinformation von: BUND, PAN Germany, DBIB, Greenpeace e.V, NABU und BDEW

Bündnis aus Imkern, Umweltverbänden und Wasserwirtschaft:
Bundesregierung muss Defizite beim Pestizid-Aktionsplan zügig ausräumen

Nationaler Pestizid-Aktionsplan setzt bislang nicht die richtigen Prioritäten 

Hamburg/Berlin 21.01.2014

Einen ernsthaften Schutz vor den Risiken des Pestizideinsatzes fordert ein breites Bündnis von  Umweltverbänden, Wasserwirtschaft und Imkern von  Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) anlässlich der Internationalen Grünen Woche. Der zu diesem Zweck eingeführte Nationale Pestizid-Aktionsplan (NAP) setzt aus Sicht der Verbände nicht die notwendigen Prioritäten. Umwelt-, Imker- und Wasserwirtschaft hatten deshalb ihre langjährige Mitarbeit im NAP-Forum 2011 aufgekündigt. Die große Koalition hat sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, den Pestizid-Aktionsplan entschlossen umzusetzen. Um Mensch, Natur und Umwelt wirksam vor den Risiken des Pestizideinsatzes zu schützen, bedarf es laut Umweltverbänden, Wasserwirtschaft und Berufsimkern einer grundlegenden Nachbesserung des NAP.

Die Abhängigkeit der Landwirtschaft vom chemischen Pflanzenschutz steigt seit Jahrzehnten. Zwischen 2002 und 2012 stieg der Inlandsabsatz an Pestizid-Wirkstoffen um mehr als 30 Prozent auf  insgesamt 45.527 Tonnen. "Der NAP ist daran zu messen, ob er die starke Abhängigkeit vom chemischen Pflanzenschutz nachhaltig reduziert. Die Abhängigkeit von Pestiziden zu senken, ist ein wichtiger Schlüssel, um die Agrarökosysteme und eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu sichern", sagt Carina Weber, Geschäftsführerin des Pestizid Aktions-Netzwerks e.V. (PAN Germany).

Die Folgen des jahrzehntelangen Einsatzes von Pestiziden in der Landwirtschaft seien unübersehbar mahnt Tomas Brückmann, Pestizidexperte des BUND. „Vögel finden keine Samen und Insekten mehr, um ihre Brut zu füttern, Amphibien verlieren ihre Fortpflanzungsfähigkeit und die Gewässer sind mit Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden belastet.
Gegenmaßnahmen sind dringend erforderlich“, so Brückmann.

"Der Aktionsplan sollte wechselnde Fruchtfolgen vorschreiben und den Integrierten Pflanzenschutz endlich so umsetzen, dass der Einsatz von Pestiziden in der Fläche deutlich reduziert wird", fordert Florian Schöne, Agrarexperte des NABU.

Pestizidreduktion bedeutet auch Ressourcenschutz. "Der NAP muss die Oberflächengewässer und das Grundwasser besser vor dem Eintrag von Pestiziden schützen. Wir fordern die Bundesregierung auf, nun zügig Maßnahmen zum Schutz der Trinkwasserressourcen auf den Weg zu bringen", so Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/ Abwasser des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Honig- und Wildbienen sichern durch ihre Bestäubungsleistung Ernteerträge und leisten eine Schlüsselfunktion im Ökosystem. "Dennoch wird die massive Schädigung  von Bienen durch Pestizide im NAP nicht ernst genommen. Anders ist nicht zu erklären, warum zwar die Reduktion der Belastung von blütenbestäubenden Insekten mit Pestiziden als Ziel aufgenommen wurde, wirksame Maßnahmen dagegen und jede Verbindlichkeit, wann ein solches Ziel erreicht sein soll, jedoch fehlen", sagt Manfred Hederer vom Berufsimkerbund DBIB.

Einen ähnlichen Widerspruch attestiert Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace. Der NAP hat zum Ziel, den Anteil der ökologisch, also ohne chemische Pestizide bewirtschafteten Ackerfläche, von derzeit rund 6 Prozent auf 20 Prozent zu erhöhen. Eine Jahreszahl, wann dies erreicht sein soll, fehlt. "Mit den bislang beschlossenen ärmlichen Maßnahmen, ist der Ausbau des Öko-Landbaus nicht zu schaffen. Wenn es der Bundesregierung mit dem NAP ernst ist, muss Minister Friedrich hier massiv nachbessern", so Huxdorff.

Kontakte und Informationen zum Thema
Tomas Brückmann, BUND, Tel. 030-275864-20, www.bund.net Susan Haffmans, PAN Germany, Tel. 040-3991910-25, www.pan-germany.org Manfred Hederer, DBIB, Tel. 0151 2303 8271, www.berufsimker.de Christiane Huxdorff, Greenpeace e.V., Tel. 040-30618-358, www.greenpeace.de Florian Schöne, NABU, Tel. 030-284984-1615, www.nabu.de Jan Ulland, BDEW, Tel. 030 300199-1162, www.bdew.de

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Eine gesunde Welt für alle.
Mensch und Umwelt vor Pestiziden schützen.
Alternativen fördern.
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Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany) (Pesticide Action Network - Germany) Nernstweg 32 D - 22765 Hamburg
Tel.       +49 (40) 399 19 10-0
E-Mail:    Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Internet:  http://www.pan-germany.org
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