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Wenn die Umwelt der Gesundheit den Atem verschlägt

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Schadstoffe meiden, Immunsystem stabilisieren - (Nachbericht) -

Reges Interesse am Informationsabend des Praxisverbundes Heidelberg/Rhein-Neckar

Rote Augen, triefende Nase, Husten, Atembeschwerden, Reizbarkeit, Konzentrations-schwäche und Leistungsabfall: Das sind typische Reaktionen auf eine erhöhte Konzentration von Umweltgiften in Räumen. Auch neurologische Symptome können auftreten. Darüber informierten am Mittwoch, 22. November 2006, der Umweltmediziner Prof. Dr. med. Wolfgang Huber und der Lungenspezialist Dr. med. Dietrich Jaekel in der Stadtbücherei.

Pentachlorphenol (PCP), Lindan, Pyrethroide, Hexachlorbenzol (HCB), Formaldehyd, Polychlorierte Biphenyle (PCB): So kompliziert wie ihre Namen, so verbreitet sind Umweltgifte in vielfältiger Form. Wer von Umweltschadstoffen spricht, unterscheidet zwischen Innenraum-, Berufs- sowie Außenluftschadstoffen, wobei sich die Grenzen zwischen Innenraum- und Berufsschadstoffen oft überschneiden. Ob in Holzschutz-, Lösungs-, Reinigungs-, Pflanzenschutzmitteln, Lacken, Klebern, Baumaterialien oder ob Schimmelpilze: Umweltgifte belasten den Körper.

„Neben den oben beschriebenen Reaktionen können auch Langzeitschäden wie chronische Erkrankungen, Allergien, eine erhöhte Infektanfälligkeit oder Krebserkrankungen ausgelöst werden“, sagte der Umweltmediziner. Auch bei Einzelbelastungen im zugelassenen Grenzwertbereich könne die Summe verschiedener Umweltgifte zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit führen. Deshalb riet Prof. Dr. med. Huber vom Praxisverbund Heidelberg/Rhein-Neckar, den Besuchern des Infoabends, der Ursache bei Beschwerden auf den Grund zu gehen. Ein differenziertes Blutbild könne Auskunft zu Reaktionen auf unterschiedliche Umweltgifte geben. Wo möglich, sollten die Stoffe gemieden werden. Eine zusätzliche Stabilisierung des Immunsystems, etwa durch Antioxidantien zur Entgiftung und Harmonisierung des Mineralstoffhaushaltes, kann nach Einschätzung des Facharztes Beschwerden lindern und den Gesamtzustand verbessern.

Einem besonderen Kapitel der Umweltschadstoffe, widmete sich der Internist und Lungenspezialist Dr. med. Dietrich Jaekel: Der Feinstaubbelastung. Schätzungsweise 65.000 Deutsche sterben jährlich an den Folgen dieser unsichtbaren Feinstaubwolken. Verursacher hierfür seien Industrie (z. B. Kraftwerke), Straßenverkehr (besonders Dieselmotoren) oder auch Heizkessel. „Die besondere Gefahr geht von der Winzigkeit dieser Partikel aus“, sagte der Facharzt des Praxisverbundes/Rhein-Neckar, Dr. med. Jaekel in seinem Vortrag.

Kleiner als ein Zehntel des Durchmessers eines Haares, gelangen die schädlichen Partikel bis tief in die Lunge und über Atemwege sowie über das Blut direkt in die Organe, wo sie zu Entzündungsreaktionen führen und Funktionsstörungen auslösen können. Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislaufversagen sowie Lungenkrebs sind typische Folgen. Auch bestehende Allergien (Asthma, Pollenallergien, Neurodermitis usw.) können durch eine Feinstaubbelastung noch verstärkt werden. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, die etwa im Straßenverkehr aufgrund ihrer Körpergröße einer höheren Konzentration von Abgasen ausgesetzt sind. Wie auch bei Umweltgiften gilt als mögliche Maßnahme, die Quellen (z. B. Nähe zu stark befahrenen Straßen) zu meiden. Letztendlich sei es jedoch eine politische Diskussion, Verkehrsaufkommen zu reduzieren oder Feinstofffilter großflächig einzusetzen. Jedoch weisen die Fachärztinnen und Fachärzte des Praxisverbundes darauf hin, dass eine ganz wesentliche Gefahr für Feinstaub das Rauchen sei. Das Rauchen einer Zigarette setze soviel Feinstaub frei wie ein 100 Minuten laufender Dieselmotor. Welcher Schaden etwa für die eigenen Kinder im Wohnzimmer oder für Arbeitskollegen in Büroräumen verursacht werde, lasse sich ausrechnen.

Quelle: praxisverbund-heidelberg.de
 
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