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Aus für den Gen-Mais in Deutschland

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Aigner zieht die Notbremse: Umweltinstitut München begrüßt Anbauverbot für MON810

Das Umweltinstitut München begrüßt das heute von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner verhängte Anbauverbot für den Gen-Mais MON810 in Deutschland. Als nächster Schritt muss jetzt ein Verbot des geplanten Anbaus von genmanipulierten Pharma-Kartoffeln folgen.

Andreas Bauer, Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München, sieht die heutige Entscheidung Aigners mit Erleichterung: "Das ist ein überfälliger Schritt und ein schwerer Schlag für die Agro- Gentechnik in Deutschland. Offenbar sieht nun auch die Politik ein, dass sie mit dieser Risikotechnologie ein totes Pferd reitet und findet endlich den Mut abzusteigen."

Deutschland folgt mit dem Verbot von MON810 einer stetig wachsenden Zahl europäischer Länder. Auch Frankreich, Österreich, Ungarn, Griechenland und Luxemburg haben den Anbau des genmanipulierten Mais unter Hinweis auf ökologische Risiken verboten.

Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München, bezeichnet das Aus für Monsantos Gen-Mais als Sieg für die Demokratie. "Jahrelang haben in Deutschland wenige Dutzend Gentechnikanbauer Hunderttausende von Landwirten und Imkern in Angst und Schrecken versetzt und Honig und Ernteprodukte dem Risiko einer Kontamination ausgesetzt", so Nestler. "Das Landwirtschaftsministerium schützt mit seiner Entscheidung die überwältigende Mehrheit von Verbrauchern, Landwirten und Imkern, die die Agro-Gentechnik ablehnen."

Mit der Stimme Deutschlands sei es nun möglich, auch in der gesamten EU ein Anbauverbot für Gen- Mais herbeizuführen. Eine Entscheidung über die europaweite Wiederzulassung von MON810 sowie über eine Erstzulassung zweier weiterer Gen-Mais-Linien soll noch in diesem Jahr fallen. Zudem müsse in Deutschland jetzt konsequenterweise auch der Forschungsanbau besonders riskanter Gen- Pflanzen wie der von Arzneimittel produzierenden Kartoffeln untersagt werden, fordert Nestler.

Bei MON810 handelt es sich um einen so genanten Bt-Mais des US-Agrarkonzerns Monsanto. Er produziert durch den gentechnischen Einbau eines Gens aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis ein Insektengift. Damit soll der Maiszünsler bekämpft werden, ein Schmetterling, der bei intensivem Maisanbau auftreten kann. MON810 ist die einzige genmanipulierte Pflanzenlinie, die in Europa angebaut werden darf. In diesem Jahr sollte MON810 nach offiziellen Zahlen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf 3596 Hektar angebaut werden.

Quelle: Umweltinstitut München e.V.

 
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