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Klage gegen BAYER-Konzern eingereicht

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Erstmals reicht eine deutsche Geschädigte Klage gegen die Bayer AG ein wegen schwerster Nebenwirkungen von Antibaby-Pillen. In den USA starben rund 190 Frauen nach Einnahme von Pillen mit dem Hormon Drospirenon, dort sind bereits 8.000 Klagen anhängig. In der jüngsten Hauptversammlung des Konzerns hatten Betroffene gegen die anhaltende Vermarktung der Präparate protestiert.

Felicitas Rohrer erlitt nach Einnahme der Antibabypille Yasminelle eine schwere Lungenembolie und war bereits klinisch tot. Nur dank glücklicher Umstände konnte ihr Leben gerettet werden. Die 26-Jährige aus Bad Säckingen bei Freiburg erlitt jedoch dauerhafte Schäden. Zusammen mit anderen Betroffenen hat Felicitas Rohrer jüngst die Selbsthilfegruppe Drospirenon-Geschädigter gegründet und vor Tausenden von Aktionären in der BAYER-Hauptversammlung ein Ende der Vermarktung von Yasmin und Yasminelle gefordert.

Nun hat Rohrer als erste deutsche Geschädigte Zivilklage gegen die Bayer Vital GmbH eingereicht, die das Präparat vertreibt. Die Firma wird auf „Schadensersatz und Schmerzensgeld wegen schädlicher Wirkungen des Präparates“ verklagt, so Rechtsanwalt Martin Jensch von der Kanzlei Dr. Schulze & Kollegen. „Wir haben die Forderungen bisher nicht beziffert, aber sie werden im Bereich von 200.000 Euro liegen“, so Jensch weiter. Auf das erhöhte Thromboserisiko sei in der Produktinformation nicht hingewiesen worden. Nach Ansicht von Jensch haftet Bayer daher wegen „Inverkehrbringung eines Medikamentes mit schädlichen Wirkungen, die über das vertretbare Maß hinausgehen“.

Die drospirenonhaltigen Pillen Yasmin, Yasminelle, Yaz, Aida und Petibelle verursachen neuen Studien zufolge ein bis zu dreifach erhöhtes Embolie- und Thromboserisiko im Vergleich zu älteren Präparaten. Die Bayer AG machte im vergangenen Geschäftsjahr mit der Produktgruppe einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro. Das Präparat gilt damit als meistverkaufte Antibaby-Pille der Welt. In den Kampagnen des Konzerns wird in erster Linie mit Versprechen wie "Gewichtsabnahme" und "wirkt gegen Akne" geworben. Auf die erhöhten Risiken wird hingegen nicht eingegangen.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG), die seit Jahren auf die Gefahren von Yasmin & Co hinweist, fordert ein Verbot aller Antibaby-Pillen mit erhöhtem Nebenwirkungs-Profil. „Ältere Präparate verhüten ebenso sicher und tragen dabei deutlich geringere Risiken. Wir begrüßen daher die Klage. Die schweren Schädigungen, die durch Yasmin und Yaz verursacht werden, könnten größtenteils verhindert werden. Bayer nimmt vermeidbare Schädigungen und sogar Todesfälle von jungen Frauen billigend in Kauf“, so Philipp Mimkes vom Vorstand des Vereins. Die CBG hatte zur jüngsten Bayer-Hauptversammlung auch einen Gegenantrag eingebracht.

Kontakt Felicitas Rohrer: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Weitere Informationen:

    * Statement RA Martin Jensch: www.cbgnetwork.de/downloads/Statement_RA_Jensch.pdf
    * alle Infos zur Kampagne: www.cbgnetwork.org/3113.html

Quelle: Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG)

 
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